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Folge 9 - Zukunftsangst - Was wenn alles zu teuer wird?

Zukunftsängste, Pferde & Finanzen: Warum dich diese Gedanken nicht allein machen – und was wirklich hilft

Manchmal reicht ein Blick auf den Kalender, um innerlich unruhig zu werden: Mitte Januar – und gefühlt rennt das Jahr schon wieder davon. Genau in dieser Stimmung startet diese Podcastfolge von „Heu hoch zwei“: Joelle ist noch im Heilungsprozess nach einer Bronchitis, Debbie steckt im typischen Jahresstart-Stress – und daraus entsteht ein Thema, das viele still mit sich herumtragen: Zukunftsängste.

Ob es um die eigene Gesundheit, das Pferd, die Weltlage oder ganz konkret um Geld geht: Zukunftsängste sind kein Zeichen von Schwäche – sie sind ein Zeichen dafür, dass dir etwas wichtig ist. In dieser Folge sprechen Joelle und Debbie offen darüber, was Angst macht, warum gerade Pferdemenschen oft besonders betroffen sind – und weshalb Planung nicht alles löst, aber vieles leichter macht.

Zukunftsangst: Gesundheit, Weltlage – und vor allem Geld

Gleich zu Beginn wird klar: Zukunftsängste sind vielseitig. Joelle beschreibt eine eher allgemeine Sorge über die Entwicklung der Welt – aber nicht als Dauerpanik. Ihre „aktivsten“ Ängste sind aktuell finanzieller Natur: Themen wie Wohnung oder Haus, Familienplanung und die Frage, wie man Finanzen langfristig organisiert.

Debbie erkennt sich darin wieder: Nach einem gesundheitlich schwierigeren Jahr denkt sie öfter darüber nach, wie lange man selbst – und die eigenen Ponys – gesund bleiben. Gleichzeitig spürt sie den Druck, den viele gerade erleben: Alles wird teurer, und selbst Grundbedürfnisse wie Wohnen fühlen sich manchmal belastend an.

Was viele beschäftigt: Pferde kosten – und zwar mehr, als wir oft wahrhaben wollen

Ein Schwerpunkt der Folge ist ein Perspektivwechsel, der vielen Zuhörenden vermutlich einen kurzen „Uff“-Moment beschert: Was kostet ein Pferd wirklich?

Debbie bringt dafür Zahlen aus einer Schweizer Studie (Agroscope, 2023) mit und macht daraus ein kleines Quiz. Es geht nicht um „Panik“, sondern um Realität – und um Verständnis dafür, warum so viele Pferdebesitzer finanziell unter Druck stehen.

Durchschnittswerte (Schweiz, 2023) aus der Folge:

  • Pensionsplatz (Stallmiete): ca. 711 CHF/Monat (regional sehr unterschiedlich; Zürich deutlich höher möglich)

  • Fachpersonal (Tierarzt/Physio etc., ohne Huf/Zähne): ca. 917 CHF/Jahr

  • Hufschmied/Hufpflege: ca. 1’450 CHF/Jahr (sehr abhängig von Intervallen, Barhuf vs. Eisen)

  • Zusatzfutter/Kraftfutter (nicht Heu): ca. 800–1’000 CHF/Jahr

  • Heu-Preis (Richtwert): ca. 0.33 CHF/kg

  • Gesamtkosten fürs „Durchschnittspferd“: ca. 992 CHF/Monat → knapp 12’000 CHF/Jahr(ohne Unterricht, Ausrüstung, Transport, Kurse, Turniere, Kaufpreis etc.)

Der Satz, der hängen bleibt: „Das Pferd existiert in deinem Leben.“ Und allein dieses „Existieren“ hat seinen Preis.

Warum Pferdemenschen oft anders leben (und trotzdem an Grenzen kommen)

Joelle beschreibt etwas, das viele Pferdebesitzer nicken lässt: Man plant sein Leben rund um das Pferd. Weniger Restaurant, weniger Kino, weniger „spontan“. Für viele ist das normal – nicht als Opfer, sondern als Priorität.

Und trotzdem gibt es den Punkt, an dem Anpassung schwierig wird: Wenn nicht nur das Pferd, sondern auch Essen, Wohnen, Alltag gleichzeitig teurer werden. Debbie sagt sehr ehrlich: Man kann dieser Entwicklung kaum „entkommen“ – aber man kann lernen, besser damit umzugehen.

Investieren trotz knapperem Budget: Was Pferdeprofis jetzt brauchen

Spannend wird es, als die Perspektive wechselt: Was passiert, wenn Pferdebesitzer weniger Geld haben – und Pferdeprofis davon leben?

Debbie spricht über Rückmeldungen aus der Community: Die Bereitschaft, Geld auszugeben, war im Pferdebereich lange hoch – jetzt wird mehr geprüft, mehr verglichen, mehr gezögert. Menschen brauchen mehr Berührungspunkte, lesen öfter Homepages ohne zu buchen, überlegen zweimal.

Joelle sieht darin nicht nur ein Risiko, sondern auch eine Chance:

  • Menschen investieren weiterhin – aber bewusster

  • Angebote, die langfristig helfen, wirken attraktiver (z.B. Futterberatung, die Fehlkäufe reduziert)

  • Qualität schlägt Rabatt-Schlachten: Dauernde Rabattcodes machen eher skeptisch, statt Vertrauen zu schaffen

Besonders stark ist der Punkt: „In Wissen investieren spart langfristig Kosten.“ Ob Fütterung oder Training – gute Unterstützung kann verhindern, dass später Tierarzt- oder Therapiekosten explodieren.

Preisfindung im Pferdebusiness: Zwischen Fairness und Angst

Ein Thema, das viele Selbstständige kennen: Man möchte fair entlohnt werden – aber gleichzeitig niemanden „abschrecken“.

Joelle beschreibt, wie schwierig Preisfindung ist, weil:

  • das eigene Leben teurer wird

  • man selbst in Weiterbildung, Wissen und Qualität investiert

  • Kunden nicht für „irgendwas“, sondern für Arbeitszeit, Analyse, Bericht und Erfahrung bezahlen

Gleichzeitig betont sie: Wenn sich ein Angebot weiterentwickelt, darf auch der Preis mitwachsen. Und: Verschiedene Paketgrößen helfen, unterschiedliche Budgets abzuholen – ohne den eigenen Wert kleinzureden.

Die größte Zukunftsangst im Business? Zeit.

Überraschend ehrlich: Beide sagen, dass ihr größtes Thema aktuell nicht „zu wenig Kunden“ ist – sondern zu wenig Zeit.

  • Joelle: viele Anfragen, Wartezeit, Wunsch nach einem Angebot, das zur Nachfrage passt, ohne sich zu verbiegen

  • Debbie: Peak-Zeit im Frühjahr (Abschlüsse/Steuern), dazu der Drang, Prozesse zu digitalisieren und effizienter zu werden

Die Folge endet mit einer warmen, motivierenden Botschaft: Wir sind anpassungsfähig. Es gibt oft Lösungen – wie das Beispiel mit der Freundin, die ihr Pferd neu teilt, um Zeit- und Geldprobleme abzufedern.

Fazit: Du bist nicht allein – und Planung kann Druck rausnehmen

Die wichtigste Message dieser Folge ist nicht „Rechne mehr“ oder „Verdiene mehr“. Es ist:

  • Zukunftsängste betreffen fast alle – auch Menschen, bei denen es „von außen“ perfekt wirkt

  • Finanzen sind ein großer Trigger, besonders im Pferdebereich

  • Planung hilft, weil sie Unsicherheit greifbarer macht

  • Und: bewusst investieren kann langfristig entlasten – für Pferd und Mensch

 
 
 

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